JobAct® to Connect Zwickau

01. Juli 2019
Team vor Ort Felix Goldmann, Theaterpädagogik
Sibille Roth, Theaterpädagogik
Henriette Glatter, Bewerbungsmanagerin, E-Mail
Probenort Fitness & Dance Academy, Oskar-Arnold-Straße 14, 08056 Zwickau
Finanzierung Jobcenter Zwickau
Projektmanagement Franziska Wagner, E-Mail

Extravorstellung!

Zum Maßnahme- Abschluss zeigt die Zwickauer JobAct® to Connect Gruppe noch einmal ihre Collage nach Theater-Stücken von Bertolt Brecht

Vom armen B.B.

Samstag den 29.Februar 2020,
Beginn: 18.00 Uhr Einlass 17:30 Uhr
Ort: Fitness & Dance Academy,
Oskar-Arnold-Straße 14, 08056 Zwickau

Wir spielen ein Spiel im Spiel, das uns zum Abstand verpflichtet: Abstand zu den Figuren, in die wir wie in die Trainingsanzüge steigen, die die olympischen Götter im Stück als Probende und Spielende tragen und die zur Kennzeichnung wechselnder Figuren-Identitäten mit markanten Accessoires versehen werden.

Es gab verschiedene Überlegungen zur Stückauswahl. Viele plädierten für die Kleinbürgerhochzeit, andere für „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Trommeln in der Nacht“. Auch für die „Mutter Courage und ihre Kinder“ gab es Zustimmung. Letztlich entschieden wir uns für eine Collage aus drei Stücken mit einer Rahmenhandlung, um das von Brecht so benannte epische Theater und die Methode der Verfremdung praktisch zu erproben. Durch die Einführung der Metaebene des Schauspielers im Kostüm eines darstellenden Gottes, was die Möglichkeit eröffnete, den Prozess des Theaterspielens an sich zu thematisieren und ironisch zu reflektieren, brachten wir eine andere wichtige theatrale Errungenschaft des ausgehenden 20.Jahrhunderts zusätzlich „ins Spiel“. Die Götter-Darsteller geraten durch einen schnell gelangweilten Zeus im Publikum immer wieder in die Verlegenheit, Rollen und Stück wechseln zu müssen, um den „göttlichen Zuschauer-Konsumenten“ zu befriedigen – und das eineinhalb Stunden lang.

Bisher haben seine göttlichen Kinder stets vor ihm gekuscht, wenn er Blitz und Donner aus seinem Waffen-Arsenal hervorgeholt hat – aber wird das auch in Zukunft so bleiben?

Hier können Sie Karten für die Veranstaltung reservieren.

Wir – Die Gruppe

Wie – Die Arbeit im Projekt

Nach zwei arbeitsreichen Wochen an Nähmaschinen und Kalligrafie Pinseln präsentieren die TN die beeindruckenden Ergebnisse ihrer Bemühungen - selbst genähte und mit "waschechten" Rollenbezeichnungen in chinesischer Schrift bemalte Kostüme - im "Spiegelsaal" des Zwickauer Tanzstudios, das ihnen seit Monaten als Probebühne dient, mit Stolz und Verve den Augen eines fiktiven Publikums.

Wer – Die Akteure

Spurensuche
Wo ist Brecht? Brecht ist überall! Die TN der Maßnahme JobAct® to Connect Zwickau haben sich auf Spurensuche in Crimmitschau, Werdau, Wilkau – Haßlau und Hohenstein – Ernstthal begeben – und sind dabei auch auf andere „Größen“, wie den von Brecht bewunderten, seinerzeit viel gelesenen Autoren von Wildost- und - Wildwestgeschichten, Karl May, den Haribobären, den Exportschlager „W50“ und eine freundliche Brücke über einen trennenden Fluss gestoßen.

  • FOTO 1
    In Wilkau hatte Brecht nie etwas zu tun, wahrscheinlich, weil die Stadt zu uneinig ist und es dort eigentlich nichts gibt. Uneinig mit der Nachbarstadt Haßlau, heute gehören die Städte zusammen, verbunden durch eine Fußgängerbrücke. Deshalb müssen sich die Bewohner beider (Teil-)Städte nicht mehr mit Steinen über die Mulde hinweg bewerfen und Haribo gibt es jetzt auch in Haßlau. Heute würde es Brecht vielleicht hier gefallen - oder auch nicht. Uns – Schauspieler aus Wilkau und Haßlau – verbindet mittlerweile die Arbeit an Brechts Stücken und die alte Feindschaft ist beendet
    Patrick (Ares),  Sindy (Persephone)
  • FOTO 2
    In der großen Kreisstadt Crimmitschau mit einer Einwohnerzahl von ca. 19000 konnte man den Namen Bertolt Brechts an keinem öffentlichen Gebäude lesen, weder Straßen noch Schulen wurden nach ihm benannt. Es gab noch nicht einmal eine Brecht-Aufführung im Theater. Wenigstens hat das Bertolt Brecht Gymnasium aus Schwarzenberg unsere Tuchfabrik besucht; als Arbeiterfreund hätte Brecht sich hierfür bestimmt auch interessiert. Mal sehen, was in der Zukunft „Brechtiges“ auf uns zu kommt.
    Susi (Artemis)

 

FOTO 3
Bertolt Brecht war wohl nie in Werdau. Ein Theater gibt es in Werdau leider auch nicht, sodass die Einwohner noch nie in ihrer Stadt in den Genuss eines Brecht’schen Werks gekommen sind. Allerdings gibt es im ehemaligen sozialen Brennpunkt „Kranzberg“ eine Bertolt-Brecht-Straße: dort wäre ein bisschen mehr Kunst und Bildung auch angebracht. Im bekannten Werdauer Museum würde es Brecht sehr gut gefallen. Er hätte dort neue Anregungen für seine zukünftigen Werke finden können. Apropos Werk. Der bekannte LKW „W50“ wurde in der großen Kreisstadt Werdau gebaut und in den gesamten Ostblock geliefert. Mit so einem langsamen Auto hätte er sicher keinen Unfall gebaut - und er hätte auch seine Bühnenausstattung damit transportieren können.
Diep (Hebe), Robert (Brecht)

FOTO 4
Ich stamme aus Hohenstein-Ernstthal, wo ich als Autor und Galerist aktiv bin. Zu den bekanntesten Schriftstellern unseres Ortes gehören natürlich Karl May, Werner Legere und Gotthilf Schubert. Berührungspunkte mit Bertolt Brecht konnte ich keine finden. Ich bin unter anderem auch im Genre Splatterpunk aktiv. Und hier fand ich tatsächlich eine Überschneidung. Als absoluter Meister des Splatterpunk gilt Clive Barker, da er der erste war, der dieses Genre als ernsthafte Literaturgattung verstand und sprachlichen Anspruch sowie Tiefgang in Splattergeschichten einbrachte. Er arbeitete zeitweise eng mit Brecht zusammen und half ihm, seine Stücke auch ins Englische zu übersetzen.
Michael (Apoll)

Was – die Entscheidung

Vom armen B.B.

Eine olympische Collage

Auch Zeus muss mit der Zeit gehen, will er seine Himmlischen bei der Stange halten. Die diesjährigen Olympischen Spiele stehen bevor - und mit Ausnahme von Apoll mag keine seiner anderen verwöhnten Gören für die Tetralogie zum Theaterwettstreit die „ollen Kamellen“ von Sophokles und Co. wieder aufwärmen.

Er hat sich also umgehört und Bertolt Brecht, den bekanntesten Theater-Erneuerer des 20.Jahrhunderts engagiert. Dieser soll nun aus seinem umfangreichen OEuvre vier Stücke auswählen und inszenieren. Dass der Göttervater sich damit auch einen umstürzlerischen Schreiberling ins Haus holt, hat er leider nicht bedacht, auch nicht, dass dieser sich bei der Regiearbeit kein Blatt vor den Mund nimmt und aufmüpfige, politische Lieder anstimmen lässt.

Bisher haben seine göttlichen Kinder stets vor ihm gekuscht, wenn er Blitz und Donner aus seinem Waffen-Arsenal hervorgeholt hat – aber wird das auch in Zukunft so bleiben?

Premiere: Freitag den 13.Dezember 2019, 19.30 Uhr
Weitere Vorstellung: Samstag den 14.Dezember 2019, 19.30 Uhr
Einlass jeweils: 19:00 Uhr
Ort: Aula Scheffelberg, Scheffelstr. 39, 08066 Zwickau
Es spielen: die JobAct®to Connect TeilnehmerInnen.
Regie: Felix Goldmann
Musikpädagogik, Dramaturgie: Sibille Roth
Bewerbungsmanagement: Henriette Glatter
Ausstattung: Jens Uwe Behrend
Kostümschneiderei: JobAct®to Connect TeilnehmerInnen / Henriette Glatter(Leitung)

Kooperationen

Maßnahmefinanzierung
Das Projekt wird finanziert vom Jobcenter Zwickau.