JobAct® i_mpuls Lüdenscheid

16. September 2019
Team vor Ort Marion Gerlach-Goldfuss, Theaterpädagogik
Mathes Dues, Bewerbungsmanagement
Probenort Entwicklungs- und Gründercentrum Lüdenscheid GmbH, Mathildenstraße 20, 58507 Lüdenscheid
Finanzierung Jobcenter Märkischer Kreis
Projektmanagement Ronja Gerlach, Tel. 01520 93328-28, E-Mail

Wer – Die Akteure

Unsere Theaterbesuche

Nach 2 Monaten haben wir nun schon 2 Theaterbesuche gemacht. Die Stücke liefen beide im Kulturhaus in Lüdenscheid und waren sehr unterschiedlich, das erste war für die meisten von uns der erste Theaterbesuch:

  • „Good Morning Boys und Girls“ war ein Stück über einen Amoklauf eines Jugendlichen.
    Es hat sich an der Realität orientiert und war unter anderem auch sehr informativ. Beispielsweise wussten wir noch nicht, wieviele weibliche Amokläuferinnen es gibt.
    Die Kostüme waren sehr alltäglich und die Bühne schlicht und einfach gehalten. Das ganze Geschehen konzentrierte sich auf die Botschaft und den Inhalt.  Sehr überraschend war für uns das Ende. Der Junge hatte sich alles im Kopf ausgemalt, aber umgesetzt wurde das Attentat von seiner Freundin. Das Stück zeigt eine aktuelle Thematik und war sehr intensiv gespielt. Die Sprache war teilweise ganz schön direkt und hart.  Wir fanden es sehr spannend. Es war eindeutig ein Stück  für Jugendliche und Erwachsene.
  • Im November sind wir in das Weihnachtsstück „ Der Zauberer von Oz“ gegangen.
    Dieses Stück hatte einen ganz anderen Charakter, es spielte in der Fantasiewelt, und war insgesamt sehr fröhlich und locker, auch in der Spielweise.  Ein Stück für die ganze Familie oder alles Altersklassen. Das Bühnenbild war ein drehbarer Würfel, der von allen Seiten unterschiedlich aufgebaut und bespielt werden konnte.  Man konnte die Umbauten sehen.  Man konnte auch richtig gut in die Geschichte eintauchen.  Am Besten haben uns gefallen die Rollen des Löwen, der dunklen Hexe, des Blechmanns und der Vogelscheuche. Die Spieler haben teilweise richtig gut gesungen, es gab einen verdienten Applaus. 

Auf dem Heimweg haben wir tatsächlich entdeckt, dass Kurt Weill in Lüdenscheid gelebt hat, und zwar von 1919 bis 192o, er war Dirigent am Stadttheater Lüdenscheid. Ein Foto wird folgen. Und: wir werden uns einen Film mit Musik von ihm ansehen vor Weihnachten. Im Anschluss an diese Entdeckung sind wir motiviert an den Bau unseres eigenen Bühnenbildes gegangen. Leider kämpfen wir noch mit technischen Hindernissen und Gegebenheiten und einen Spielort suchen wir auch noch, nachdem uns eine Möglichkeit nach 3 Wochen wieder abgesagt wurde.

Wir halten Euch auf dem Laufenden, und gehen auf jeden Fall wieder ins Theater!
Eure Jobact-Impuls- Gruppe aus Lüdenscheid

Wir – Die Gruppe

Der Mischsalat

Momentan besteht unsere Theatergruppe aus 10 verschiedenen Menschen, die sich zum einen aus neun Frauen und einem Mann zusammensetzen und zum anderen zwischen 28 – 58 Jahre alt sind.

In unserer Gruppe wird Hilfsbereitschaft und Kameradschaft sehr groß geschrieben, aber genauso ist uns der Zusammenhalt sehr wichtig. Da wir auf uns gegenseitig verlassen müssen. Natürlich kommt bei uns der Humor auch nicht zu kurz und es gab schon sehr viele Momente in denen wir viel gelacht haben. Sei es in Gesprächen oder aber auch in den einzelnen Proben. Ein sehr wichtiger Aspekt ist uns auch sehr wichtig, nämlich die Akzeptanz gegenüber jeden einzelnen. Warum? Weil jeder von uns sein „Päckchen“ zu tragen hat und wir damit respektvoll umgehen.

In den ersten Tagen ging es erstmal darum, uns besser kennenzulernen und uns die ersten Schritte des Theaters näher zu bringen. Wir haben erfahren, was Theater ist und wie/wo es entstanden ist. Zum einen entstand das Theater vor 2500 Jahren in Griechenland und sind dann jede einzelne Epoche durchgegangen. So konnten wir Stück für Stück sehen wie sich das Theater immer wieder verändert hat. Zum anderen haben wir auch auf spielerische Art und Weise gelernt, wie z.B.: „ich verwandele den Boden in Feuer“ uns auch als Feuer zu bewegen.

Wir lernen mit unserer Stimme umzugehen, aber auch mit ihr zu experimentieren. Wie z.B.: lauter und leiser zu sprechen oder auch deutlich zu sprechen. Genauso erlernen wir unseren eigenen Körper wahrzunehmen und ihn einfach fließen zu lassen, gerade in Form von Bewegung zur Musik, aber auch singen ist sehr förderlich. Bei uns gibt es ein morgendliches Ritual, wenn wir in unserem Theaterraum angekommen sind, und zwar, dass wir mit einer kleinen Runde an Bewegungseinheit starten. Da dies dem Körper ein positives Gefühl gibt und Bewegung immer gut tut. Wir lernen in verschiedenen Rollen zu schlüpfen und dies erfordert auch, mal über seine Grenzen zu gehen bzw. über seinen Schatten zu springen.

Vor einiger Zeit haben wir uns sogar ein Theaterstück, mit dem Titel „Good Morning, Boys and Girls“, angeschaut. Dies war natürlich für uns sehr interessant, weil wir einen guten Einblick in die Theaterwelt bekommen konnten. Es werden sogar noch weitere Theaterbesuche folgen.

In den letzten Wochen haben wir sogar zwei Gedichte von Bertolt Brecht jeweils in zwei kleine Szenen geprobt. Einmal den „Fischmarkt“ und „Die Macht der Arbeiter“. Wobei wir „Die Macht der Arbeiter“ vor dem Jobcenter auch aufgeführt haben und wir es super gemeistert haben. Wir hatten während der Proben immer sehr viel zum Lachen gehabt.

Nun tauchen wir intensiver in die Welt des Theaters ein, indem wir jetzt intensiver an unser Stück proben, welches nächstes Jahr aufgeführt wird. Wir üben jetzt noch intensiver die richtige Aussprache zu erlernen und werden zwischendurch auch von einer Videokamera begleitet. Im ersten Moment ist es natürlich komisch sich selbst zu sehen, aber dennoch sehen wir nach jeder Aufnahme eine positive Weiterentwicklung.

Um es spannend zu halten werden wir weitere Details geheim halten. Beim nächsten Update werdet ihr über uns mehr erfahren.

Persönliche Berichte

Bianca:
Das Stück „Ein Guter Mensch von Sezuan“ macht mir sehr viel Spaß zu spielen. Die Rollenspiele machen mir auch Spaß. Die Entspannungsübungen machen mir auch sehr viel Spaß. Es fällt mir zum Teil schwer, ich versuche aber alles mitzumachen. Besonders Spaß macht es in der Gruppe Lieder zu singen. Spiele in der Gruppe machen auch Spaß zum Beispiel: Zip Zap Boing, der Toaster, zwanzig Zwerge machen Handstand und so weiter....

Eva:
Wie ich anfing am 16.9.19 war meine Körperhaltung müde und die Muskulatur eingerostet. Auch das Gehirn war nicht so fit wie früher. Es fiel mir an manchen Tagen mit der Bewegung schwer. Ab und an musste ich mich setzen. Das ist mittlerweile besser geworden. Auch meinem Gehirn geht es gut durch kleine Übungen wie Zungenbrecher, bei denen man sich konzentrieren muss. Oder auch Bilder ohne Worte darzustellen. Wir haben ein kleines Stück/ Gedicht, von Bertold Brecht einstudiert: „Die Macht der Arbeiter“, was wir auch aufgeführt haben (vor den Vermittlerinnen des Jobcenters). Nur das Singen mag meine Stimme nicht so.  Bevor wir was machen wärmen wir uns immer auf im Theaterraum.

Zurzeit lerne ich meinen Text für das Stück „Der gute Mensch von Sezuan“ auch von Bertold Brecht. Ist ein bisschen schwierig, da ich drei Personen spiele in dem Stück. Meine Kolleginnen und ich haben Spaß daran und wir hoffen, dass die Premiere im nächsten Jahr gut wird. Apropos, meine Kollegen und ich, wir haben uns von Anfang an gut verstanden.

Melanie:
Der morgendliche Start mit Entspannung und Bewegungs-workouts sind für mich immer der perfekte Beginn eines Tages. Da ich Sportbegeistert bin, sind die Übungen für mich ein Kinderspiel. Meine Problemzone ist der Rücken daher genieße ich es für meinen Nacken und Schulterbereich sowie den Lendenbereich etwas zu tun.
Zum Beispiel: die Schultern abwechselnd (oder auch gleichzeitig) hochziehen und wieder herunterlassen. Oder auch Schulterkreisen. Des hat den Effekt bei regelmäßiger Anwendung die Verspannungen zu lockern und mehr Flexibilität in diesem Bereich zu bekommen. Oder aber auch den Kopf zur Brust ziehen, dies lockert den Nackenbereich.

Es gab schon jede Menge Theaterübungen und am Anfang war es gar nicht einfach mich darauf einzulassen. Wann verwandele ich mich schon mit meinem Körper in einen Baum oder einen Stuhl? Was dann hinterher alles zu einem Bild wurde. Es dauerte ein wenig bis ich meine Fantasie zeigen konnte, denn als Kind war es einfacher, aber als Erwachsener ging es mir nach und nach verloren oder war ganz tief in mir versteckt.

Ich fand auch das „Knöpfespiel“ sehr interessant. Aus verschiedenen Arten von Knöpfen sich welche auszusuchen und eine Person sich vorzustellen. An welchem Kleidungsstück ist der Knopf, ob Mann oder Frau, welches Alter, wie die Person lebt und für meine Phantasie war es wieder mal eine Herausforderung. Natürlich gehe ich immer wieder über meine Grenzen, im positiven Sinne, und lasse mich voll und ganz auf das Projekt ein. Klar, es ist nicht immer einfach und die „sich –selbst-in –der-dritten-Person-zu-präsentieren“-Übung hat mich schon etwas Mut gekostet. Vor allem, weil ich nicht gerne im Mittelpunkt stehe und das Ganze auch noch mit nur guten Eigenschaften.

Dies wurde mit der Videokamera begleitet und das nicht nur einmal, aber als ich es mir angeschaut habe war es im ersten Moment sehr komisch. Dennoch konnte ich eine positive Entwicklung bei mir sehen. Am Feinschliff wird noch weiter daran gearbeitet. Mir macht es total Spaß, wenn wir singen und gerne mehr davon.

Bis jetzt singen wir folgende Lieder:

  • My Bonnie is over the ocean
  • Anytime you need a Calypso
  • Jack saß in der Küche mit Tina
  • La Lega (obwohl ich kein Italienisch sprechen kann, kann ich ziemlich schnell bei Liedern Fremdsprachen lernen)

Seit einigen Wochen sind wir schon an einigen Szenen zu dem Theaterstück „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertold Brecht am proben. Teilweise ist es nicht so einfach für mich, weil ich auf so vieles zu achten habe. Den Text zu lernen ist bis jetzt nicht das große Problem, aber andere Dinge sind manchmal etwas überfordernd, wie z. B: mit dem Rücken n i c h t zum Publikum drehen, deutlich und langsam zu sprechen und gleichzeitig auch auf seine Körperhaltung bzw. Körperbewegung zu achten. Allerdings ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und daher Step by Step: Trotzdem macht es sehr viel Spaß, der Humor kommt auch nicht zu kurz und ich freue mich auf unsere Premiere nächstes Jahr.

In unserem Stück werde ich eine sehr bedeutsame Rolle übernehmen: Shen Te/ Shui Ta- Ich bin beides!!!

Kurt Weil, der zunächst durch die Zusammenarbeit mit Berthold Brecht bekannt gewordene Komponist, lebte tatsächlich eine Zeit in Lüdenscheid!

Ein gutes Omen für unsere Arbeit am Brechtstück.

Das Fotoshooting

Der Fotograf Roland Berg verstand sein Handwerk und nahm uns, durch seine Lockerheit, unsere Nervosität weg. Für uns war es ungewohnt, daher nervös und unbeholfen. Eine interessante Erfahrung für uns. Wir hatte viel Spaß und Freude an unseren Fotos. Da wir als Gruppe bei dem Shooting waren, war es doch ein bisschen komisch, das die anderen mit geschaut haben. Die Fotos sind alle sehr gelungen!

Der Friseurbesuch

Am 27.11.2019 war es endlich soweit. Unser Mischsalat hatte sehr viel Aufregung in sich als wir uns auf dem Weg gemacht haben, um gemeinsam zum Hair Point in Lüdenscheid zu gehen. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und die Mitarbeiter/innen gaben uns das Gefühl nur für uns da gewesen zu sein. Wir fühlten uns auch wie ein kleiner Star und es war auch interessant zu sehen, wie jeder von uns sich immer mehr verändert hat. Der Service war einfach Top und es war wie ein Rundumpaket. Jeder von uns war die ganze Zeit am „smilen“ und jedem konnte man ansehen, wie er/sie es genossen hat. Wir wurden zwischendurch immer wieder vom Fotografen, von Marion und Mathes fotografiert und hatten dabei sehr viel Spaß. Vom Endergebnis waren wir alle sehr begeistert und zum Abschluss gab es noch ein Gruppenfoto mit den Mitarbeiter/innen vom Hair Point. Der Friseur ist auf jeden Fall empfehlenswert und wir animieren euch dazu, ihn mal zu testen.

Kooperationen

Maßnahmefinanzierung
Das Projekt wird finanziert vom Jobcenter Lüdenscheid.