„Auf eigene Faust!“ bei der Düsseldorfer Museumsnacht
Nach einer brillianten Premiere mit standing ovations zog die zweite Aufführung von „Auf eigene Faust“ die Zuschauer der Düsseldorfer Museumsnacht in den Bann.
Die Spieler und Spielerinnen hatten sich bereits auf ein Laufpublikum eingestellt, auf ein unruhiges Kommen und Gehen, aber es kam anders – der prunkvolle Vortragssaal des Goethemuseums war bis zum letzten Platz gefüllt – und blieb es bis zum Schluss, bis ein gewaltiger Applaus ertönte.
Gebannt verfolgten die Zuschauer die Szenencollage, die sich mal amüsant, mal nachdenklich und berührend den großen Themen des Lebens stellte und gleichzeitig mit viel Witz und Wortspiel das Publikum zum Lachen brachte. Man befindet sich – wie könnte es passender sein – im Museum. Goethe hängt gelangweilt im Rahmen herum und der durch und durch rheinische Hausmeister Wagner philosophiert vor sich hin. Bis Goethe plötzlich buchstäblich aus dem Rahmen fällt und den Hausmeister, der immer schon mal eine „Musealie“ sein wollte, auffordert, ihn im Rahmen seiner Möglichkeiten zu vertreten.
Überraschend, spannend und absolut kurzlebig entwickeln sich von nun an die Szenen im Museumssaal:
Die auf einmal mit Leben erfüllten Statuen und Gemälde werden lebendig und treten in Dialog, wie z.B. der junge Goethe, der den reifen in einem feurigen Dialog auf der Empore des Saales mit seinen Fragen bedrängt, welches denn nur der richtige Weg im Leben sei. Die Antwort geben sie schließlich beide „Die Kunst, die will ich, die Kunst an meine Brust!“
Oder die im Deponat verstaubte „Sinnsucherin“, die mit der ebenso stattlichen wie überheblichen Statue „Angelo von Michel Angelo“ in Streit gerät, warum sie denn eigentlich nicht das Recht habe, den Weg in die Ausstellungshallen zu finden und wer überhaupt darüber bestimme, wer wichtig ist und wer nicht.
Solch tiefsinnige Szenen wechseln sich ab, wie beispielsweise mit dem Einbruch des „Liberty–Stage-Quintetts“: Als Senioren getarnte Räuber wollen eine Statue befreien, um sie im öffentlichen Raum auszustellen - „Befreiungsaktionskunst“. Oder Hanni, der Dame in Rosa, die das ganze Stück auf ihren Auftritt wartet „Aber jetzt, aber jetzt, aber jetzt?“ um letztlich Goethe, für den sie sich extra eine Monatskarte gekauft hat, um von nun an alle Mahlzeiten gemeinsam mit ihm zu teilen, ihre Liebe zu gestehen. Aus dem Rahmen heraus, vor dem Hanni liebevoll das Kaffeeservice ausgebreitet hat tritt zu ihrer Überraschung der Hausmeister Wagner um ihr „Arm und Geleit anzutragen“.
Aber nicht nur dramaturgisch sondern ebenso spielerisch mit voller Präsenz und Spielfreude beeindruckte "Auf eigene Faust" das Publikum. „Ich bin sprachlos!“, so die Bürgermeistern Frau Dr. Strack-Zimmermann in ihren enthusiastischen Grußworten im Anschluss an die Premiere.
Erste Premiere von JA tC in Düsseldorf:
„Auf eigene Faust! – Eine Spurensuche“
Ein Stück Goethe. Über das Suchen, das Finden und wieder Verlieren. Über Begegnungen. Flüchtige. Intensive. Fragende. Statuen und Portraits, die sich aus ihrer Starre befreien und zum Leben erwecken. Ist man innerhalb eines Rahmens frei oder unfrei? Was passiert, wenn man aus dem Rahmen fällt? Wann ist man tot? Wann lebt man? Goethe macht sich auf Spurensuche. Auf eigene Faust!
Premiere war am 24.04.2012, in der Freizeiteinrichtung Icklack, Höherweg 12, Düsseldorf
Weiterer Spieltermin war der 28.04.2012, im Goethe-Museum, Jacobistraße 2, Düsseldorf. Die Karten für diese Aufführung am 28.04. (im Rahmen der Museumsnacht) waren in allen Museen in Düsseldorf erhältlich.
Bilder von den Proben
Maske Bitte :-)
Letzte Woche hatten wir Unterstützung durch den Maskenbildner Nils. Nicht nur, dass unsere Statuen nun Museums-Gestalt annehmen.
Auch die Anderen näherten sich optisch ihren vorgesehenen Charakteren an und lernten einiges über das Schminken, Kleiden und Gestalten. Wir hatten auch dabei wieder viel Freude und vor allem -aber nicht nur- wir "Weiber" nehmen etwas für's Leben aus diesem Workshop mit. Geburtstage gab's auch noch zwei und Fotos wurden gemacht. Schaut doch mal: (Bilder werden ergänzt)
6. März 2012
Juhuuuu!
Der Rahmen steht nicht nur der große tatsächliche. Der Rahmen des Stückes. Die Rohfassung sozusagen. Die erste echte szenische Lesung und wir haben Spaß.
Und Frühstück gab's auch noch dazu. Überraschungen, Verwirrendes, Aufregendes, Leises, Lautes, Bewegung, Eingefrorenes. Es nimmt Gestalt an. Unser Stück. Wir nehmen Gestalt an. Jede und Jeder. Und die Kostüme. Tja. Der Fundus wächst. Oder war es Findus ? Findibus ? Im wahrsten Sinne des Wortes.
Oh' welche Freude :-)
Faust inspiriert!
Auf allen Ebenen.
Zu einem Team-Reim; zur Entstehung des Theaterstückes „Auf eigene Faust!“; zu einem Besuch im Goethe-MuseumDüsseldorf mit einer spannenden Führung zum Leben und Suchen von Herrn Goethe; zu intensiven Gesprächen in der Gruppe und nicht zuletzt zur Aufführung des Theaterstückes im Goethe Museum.
Team-Reim
"Und so lang Du das nicht hast
Dieses: Stirb und werde!
Bist Du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde."
Wir folgten dem Rufe, er wurde zum Drang
und ziehn seit November an einem Strang.
Die Jungen und die "Alten"
was heißt schon eine Zahl?
inspiriern sich wechselseitig
meistens ganz ohne Qual. :-).
Wir sind jetzt noch ein bunter Haufen Leute
doch werfen uns freudig zum Fraße der Meute
Werden sterben und werden
wie's Herr Goethe benannt
haben uns vor Kurzem
noch nicht mal gekannt.
"Auf eigene Faust" soll Euch bald erfreun'
was auch immer geschieht
wir werdens nicht bereun'
Wir haben schon jetzt eine spannende Zeit
spielen und proben und machen uns bereit.
Wohlan denn Ihr Freunde der Theaterkunst
erweist uns im April die Ehre Eurer Gunst.
Wird Herr Goethe sich finden auf seiner Reise?
Finden wirs heraus. Jeder auf eigene Weise.
Alex, Andrea, Andy, Angelo, Christian, Elke,
Hanne, Jenny, Marcel, Michael, Murvieh, Petra,
Renate, Robert, Sandra, Sergiy, Sigrid, Viktoria
„Auf eigene Faust! – Eine Spurensuche“
Ein Stück Goethe. Über das Suchen, das Finden und wieder Verlieren. Über Begegnungen. Flüchtige. Intensive. Fragende. Statuen und Portraits, die sich aus ihrer Starre befreien und zum Leben erwecken. Ist man innerhalb eines Rahmens frei oder unfrei? Was passiert, wenn man aus dem Rahmen fällt? Wann ist man tot? Wann lebt man? Goethe macht sich auf Spurensuche. Auf eigene Faust!
JobAct® to Connect Düsseldorf wird „Auf eigene Faust! – Eine Spurensuche“ auch im Rahmen der Museumsnacht Düsseldorf am 28.04. um 21 Uhr im Goethe-Museum aufführen.
BIO = LEBEN
GRAPHIE = ZEICHEN
„Ich bin nicht zu alt um nur zu spielen – zu jung, um ohne Wunsch zu sein.“
(TNin frei nach Goethe)
Die intensive Phase der Biografiearbeit ist für die Teilnehmenden von JobAct® to ConnectDüsseldorf jetzt vorbei. Vier Monate haben sie jeden Freitag mit Juliane Spengler und Linda Behr in verschiedensten Formen zu ihrer Biografie gearbeitet. Auf die Frage, welche Erkenntnisse sie aus dieser Arbeit mitnehmen, lassen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen Revue passieren:
Eigenes Konzentrationsvermögen wahrnehmen (verstärken) und auf eine Richtung fokussieren
Teamfähigkeit entdecken
Eigene Wertvorstellungen /Leben – verfeinern - und wieder bewusster wahrnehmen
Die eigenen „verschütteten“ Fähigkeiten ins Leben zurückrufen (wiederentdecken)
Die Würdigung / Anerkennung des Selbst -> selber leben – und dies auch anderen entgegen bringen
Sich in die Eigenverantwortung hineinfinden und diese (aus)leben
Vergangenheit loslassen, sich eigener Erfolge bewusst werden und dann die Erfahrungswerte daraus annehmen
Sich nicht unter Preis zu verkaufen
Gedanken freisetzen, nicht draufsetzen
Gedankenaustausch
Ich bin nicht zu alt um nur zu spielen – zu jung, um ohne Wunsch zu sein
Ich bin mehrfach Überlebende, das Universum hat noch Manches mit mir vor.
Essenzen, Übungen und Fragmente aus diesem Prozess haben die TeilnehmerInnenan ihrem letzten Biografie - Freitag zusammengefasst und präsentiert.
Zum ersten Mal in Düsseldorf: JobAct® to connect!
Das Projekt JobAct® für Jugendliche unter 25 Jahren, das in Kooperation mit der Jugendberufshilfe bereits zum fünften Mal in Düsseldorf umgesetzt wird, bekommt „Zuwachs“ - am 04.11.2011 startete nun das erste generationsübergreifende Projekt für unter 25-Jährige und über 50-Jährige.

Unter dem Stichwort „JobAct® to connect Düsseldorf“ arbeiten ältere gemeinsam mit jüngeren Teilnehmern an der Entwicklung eines Theaterstücks und ihrer beruflichen Perspektive.
Mit großer Motivation und viel Engagement hat die Gruppe gemeinsam mit dem Team vor Ort, Linda Behr (Sozialpädagogin), Merima Horozovic (Theaterpädagogin) und Julian Spengler (Biografiearbeit/kreatives Bewerbungsmanagement) ihre Arbeit aufgenommen.
Das Team vor Ort
Theaterpädagogin: Merima Horozovic
Sozialpädagogik: Linda Behr l.behr [at] jbh.de
Biografiearbeit: Juliane Spengler
Projektleitung: Barbara Kiwitt, Tel: 0163 8479734, kiwitt [at] projektfabrik.org
Kultureinrichtung
Kultur- und Bildungsträger des Projekts
ist die Projektfabrik
Projektfinanzierung
Das Projekt JobAct® to connect Düsseldorf wird vom jobcenter Düsseldorf finanziert.
Bildungsträger i. A. der
Projektfabrik
Die Durchführung vor Ort findet statt in Kooperation mit der Jugendberufshilfe Düsseldorf.






























































